Einblicke in die Arbeit des Coworking SeminarMit dem Titel „Coworking in Lüneburg?! – Kollektive Arbeitsmodelle in einer flexiblen Arbeitswelt“ verhalfen die drei Betreiber des Coworking-Space FREIRAUM Lüneburg Axel Bornbusch, Alexander Wall und Thore Debor im Wintersemester 2011/2012 zu einer erstmaligen Auseinandersetzung mit dem Arbeitskonzept des Coworking im Curriculum an der Leuphana Universität Lüneburg.

Nach einer inhaltlichen Einarbeitung in das Themenfeld von flexiblen Arbeitsmodellen, in denen auf den Arbeitsbegriff eingegangen, Coworking & verschiedene Space-Modelle betrachtet und mögliche Effekte des Coworking analysiert wurden, stiegen die 13 Studierenden direkt in die Praxisphase ein.
Zudem verhalf eine Exkursion in das Betahaus Hamburg zu vertiefenden Einblicken in ein bereits bestehendes Bürogemeinschaftsmodell.

Zu Beginn der Arbeit wurde das Seminar in vier Gruppen unterteilt. Drei Teams erstellten mittels der Kooperation mit dem Start-Up-Unternehmen Explainity selbsterklärende Kurzfilme zum Thema Coworking und sammelten dabei Erfahrungen in Drehbuchkonzeption, Filmproduktion und Filmschnitt.

Impression von der Veranstaltung am 24.01.2012Die vierte Gruppe setzte sich das Ziel, den FREIRAUM als Veranstaltungsort zu nutzen und entwickelte ein Projektmanagement für eine Verantaltung unter dem Titel „Initiative b und ergreifen“. Hier trafen am 24. Januar über 13 Initiativen (u.a. Univativ, Arbeiterkind, Amnesty International, Rock your life, kulturrausch, AIESEC, Contact&Cooperation, HauteCulture, LSC, Rotaract Club, lunatic) im FREIRAUM Lüneburg auf über 70 interessierte Akteure und Bürger.

Die filmischen Ergebnisse stehen der deutschsprachigen Coworking-Community und weiteren Interessierten über einen Youtube-Kanal frei zur Verfügung: http://www.youtube.com/FREIRAUMLG. So tragen die Ergebnisse des Praxisseminars im Idealfall dazu bei, dass sich der Trend für flexible Schreibttischplatzmodelle verfestigen kann.

Thore Debor mit seinen Gästen

Paul Behnke, Thore Debor, Benni Adrion, Dominik Meinhold, Kristin Jordan (v.l.n.r.) Foto: Ernst Bögershausen

Am Montagabend fand die Auftaktveranstaltung der Socialbar in Lüneburg statt. Es fanden sich drei Initiativen auf dem Podium im FREIRAUM ein um das Thema „Faire Getränkeprojekte – Von der gemeinsamen Idee zum florierenden Sozialunternehmen“ zu diskutieren.

Der Sprecher der Socialbar Deutschland, Robert Dürhager, kam aus Berlin angereist, um Begrüßungsworte an die Gäste zu richten. Robert stellte das Konzept vor und hieß die Lüneburger Socialbar in einem Kreis von mehr als 20 Städten willkommen, in denen das Konzept bereits umgesetzt wird.

Die geladenen Gäste waren: Kristin Jordan und Dominik Meinhold von der Kaffeeinitiative Lühnebohne, Benni Adrion von der Wasserinitiative Viva con agua de Sankt Pauli (VCA) sowie Paul Behnke von der fairen Limonade Lemonaid. Sie sprachen über ihre verschiedenen Geschäftsmodelle, Erfolgsfaktoren sowie Stolpersteine für sozial-ökologisch korrekte Getränke.

Paul Bethke stellte gleich zu Beginn seines Vortrages fest: „Fairtrade muss nicht in die Müsliecke neben den Räucherstäbchen stehen. Raus aus dem Reformhaus, rein in die Clubs.

Die Vereinbarkeit von gemeinnützigem Handeln in Verbindung mit wirtschaftlichen Aktivitäten wurde von allen Beteiligten als Schwierigkeit herausgestellt, die jedoch auf unterschiedlichen Wegen bewältigt werden kann. Benni Adrion blickte dabei zurück in die Anfänge von VCA: „In der Startphase war die Frage, wer schneller ist: Privatinsolvenz der Gründer oder Erfolg des Projektes?“ Ein weiteres Fazit: Social-Business = Family-Business.

Drei Herren lauschen Kristin Jordan von der Lünebohne

Drei Herren lauschen Kristin Jordan von der Lünebohne

Sowohl im Gespräch auf dem Podium als auch in der geöffneten Diskussion mit dem Publikum stellte sich die Transparenz der Prozesse innerhalb der Unternehmen und Vereine als entscheidender Punkt für die öffentliche Wahrnehmung dar.

Im Anschluss an die offene Diskussion blieb noch Zeit für einen direkten Austausch mit den einzelnen Initiativen. Bei Kaltgetränken und Kaffee wurde noch bis in spätere Stunden über die Spannungsfeler beim Aufbau von glaubwürdigen Marken diskutiert.

Die nächste Socialbar findet am 28. November im FREIRAUM statt. Horst Jäger (Regiogeld Initiative Lunar) und Manuel Wiedenmann (emit time) werden zum Thema „Komplementär-Währungen – Lokale Ansätze alternativer Ökonomien“ öffentlich über Erfahrungen und Chancen von Projekten zur Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe diskutieren. Mehr Infos zur Veranstaltung findet ihr unter Termine auf unserer Webseite.

Der offizielle Part der Eröffnung. Foto: Ernst Bögershausen

Der offizielle Part der Eröffnung. Foto: Ernst Bögershausen

Am Mittwoch, 05.10.2011, war es dann endlich soweit: Der FREIRAUM Lüneburg konnte offiziell eröffnet werden! Der Einladung folgten Vertreterinnen und Vertreter der Lokalpolitik, IHK Lüneburg, Wirtschaftsförderung Lüneburg, dem Leuphana Institut für Unternehmensentwicklung, der lokalen Presse, sowie Radio und viele weitere Freunde und Freundinnen und interessierte Personen des Projektes.

Die Begrüßungsworte richtete der Geschäftsführer des FREIRAUM Lüneburg Thore Debor an die Gäste. Rückblickend auf die Vergangenheit erklärte er, dass der FREIRAUM die „räumliche Vollendung“ des Vereins „Freundinnen, Freunde und Club der KulturWelten e.V.“ (FCKW) bilde, mit dem Ziel soziale und kulturelle Kommunikationsräume zu schaffen. Der Coworking-Space sei ein Ort des Austausches für Wissen, Kontakte und Aufträge. Direkten Bezug zu Thore Debor’s Worten nahm der Geschäftsführer der Lüneburg Marketing GmbH Stefan Pruschwitz, der direkt im Anschluss das Wort ergriff. Er verwies auf die Chancen Lüneburgs, die sich der Stadt bieten, wenn Kreativschaffende das Bild der Hanse- und Universitätsstadt prägen.

Foto: Ernst Bögershausen

Die Band "The Mainstream" bei der Eröffnungsfeierei. Foto: Ernst Bögershausen

Musikalisch wurde der Abend von der Band The Mainstream aus Lüneburg untermalt. Joscha Blachnitzky und Pablo Ryan spielten Stücke aus ihrem aktuellen Album. Bei sanften Klängen sowie Sekt und Fingerfood hatten die Gäste ausreichend Möglichkeit die Räumlichkeiten zu besichtigen und so einen Eindruck über kommende Veranstaltungen und erste Projekte des FREIRAUM zu erhalten.

Bei einer kollaborativen Erhebung zu den Wünschen an das Projekt-Vorhaben entstanden u.a. die Beiträge „Zusammenarbeit mit der Uni“, „Knotenpunkt zwischen Altstadt+Innenstadt“ und „Verbindung zur Nachbarschaft -> Altstadt!“ Ein erstes Vorhaben, das sich daraus entwickelte und zeitnah umgesetzt werden soll, ist, mit dem nachbarschaftlichen Umfeld des FREIRAUM einen Brunch zu organisieren.

Zeitgleich zur Eröffnung des FREIRAUM wurde die Ausstellung „Das Experiment Stadt“ von Eva Schubert und Christine Gutt eröffnet. Bis auf weiteres kann diese im FREIRAUM Schaufenster des Vierorten-Hauses besichtigt werden. Weitere Infos zur Ausstellung und zum Projekt gibt es im Internet unter http://www.das-experiment-stadt.de.