21. June – What would the Community Say?

 

Gemeinsam mit Post-Media Lab und DialogN lädt der FREIRAUM Lüneburg zu einem Werkstattgespräch rund um globale Erfahrungen mit medien- und netzbasierten Formen der Partizipation ein.

Als Gesprächspartner wird der Forscher Nishant Shah aus Bangalore zur Verfügung stehen. Er verfasste u.a die »Open Government Data Study« für die »Transparency and Accountability Initiative« in Indien und begleitete zahlreiche regionale Regierungen kritisch bei der Einführung regionaler Partizipationssysteme. Seine Erfahrungen als Berater, Experte und Informations-Architekt für viele E-Governance Projekte verschiedener bundesstaatlicher Regierungen in Indien – etwa in Comat und in Bangalore – hilft eine umfassendere Perspektive auf ähnliche Vorhaben in der Lüneburger Region zu werfen. Audiovisuelle Präsentationen werden Einblicke in Projekterfahrungen aus Indien und China geben, wobei neue Formen bürgerschaftlichen Engagements reflektiert werden. Kritisch werden Entwicklungen befragt, in denen der Blick auf konkrete menschliche Individuen mit ihren Interaktions- und Bedürfnisstrukturen ersetzt wird durch Konzepte wie »User«, »Konsument«, bürgerliches »Subjekt«...

In einem lockeren Gesprächszusammenhang kann von einem kritischen Beobachter aber auch praktisch erfahrenen Gestalter solcher Prozesse gelernt werden und ein direkter informeller Austausch im Freiraum stattfinden. Bei weiterem Interesse verspricht das Werkstattgespräch auch Grundlagen für einen nachhaltigeren Kontakt mit Blick auf kritische Fragestellungen rund um Partizipations- und Demokratieprozesse in regionalen Zusammenhängen zu legen. [Die Einführung wird in Englisch gehalten – eine Flüsterübersetzung sowie eine schriftliche Zusammenfassung stehen zur Verfügung]

Zu den Teilnehmern/Organisatoren

Nishant Shah ist Forschungsdirektor des in Bangalore (Indien) ansässigen Centre for Internet and Society, das eine Sonderstellung als Think-Tank im Bereich »Digitale Kultur« und »Global South« – also alle Länder ausserhalb der sog. »Westlichen Welt« – einnimmt. Mit der für Studie “Digital Natives with a Cause?”, durchgeführt für Hivos, legte er zusammen mit Fieke Jansen eine umfangreiche Untersuchung zu Mediengebrauch und Medienkulturen junger Menschen vor, in der er insbesondere deren Bedeutung für Sozialen Wandel, politische Partizipation und pädagogische Praktiken beleuchtete. Dabei hob die Studie v.a. die Abweichungen der sogenanten ‚Digital Natives‘, also der mit den digitalen Medien gross gewordenen Generation, von dem gemeinhin vorgestellten (und unterstellten) Bild der typischen männlichen und weissen »Computer-Nerds« hervor. Vielmehr stellt dieses Buch die vielen Formen praktischer Veränderung vor, die Jugendliche und junge Menschen mit Hilfe der digitalen Medien und Kommunikationstechnologien, ebenso praktisch wie strategisch gestimmt, in ihrer konkreten Lebenswelt vornehmen.

– Mehr zu Nishant Shah und dem Center for Internet and Society: www.cis-india.org

DialogN | Das Bürgerbeteiligungprojekt DialogN hat unter der Trägerschaft des T.U.N. e.V. zu Beginn 2012 in Lüneburg einen Prozess gestartet, der den Aufbau und die Entwicklung von Strukturen für Bürgerbeteiligung und neue Partizipationsformen in Lüneburg verfolgt. Das Projektziel liegt darin, den Austausch zwischen Bürgerschaft, Politik und Verwaltung zu Themen von gutem und nachhaltigem Leben vor Ort zu fördern und zu intensivieren. Dafür werden Runde Tische zu verschiedenen Themen (u.a. Stadtplanung, Ernährung), in denen Ideen, Kritikpunkte und Handlungsoptionen gesammelt und entwickelt werden. Gleichzeitig wird ein kreatives Rahmenprogramm durchgeführt, das Themen der nachhaltigen Entwicklung aufnimmt und auf kreative Weise bürgernah vermittelt. Zudem ist die Entwicklung einer Online-Plattform geplant, die neben Vernetzungeffekten, virtuellen Marktplätzen auch Stimmungsbildungprozesse mittels Liquid Feedback unterstützt.

– Weitere Informationen: http://www.dialogn.de | http://tun-lueneburg.de

Post-Media Lab | Das Post-Media Lab der Leuphana Universität Lüneburg beschäftigt sich mit dem zukunftsgestaltenden und kritischen Potenzial digitaler Medien, zumal diese heute weit in unseren vernetzten Alltag vorgedrungen sind. Ziel des internationalen Forschungsteams ist es, dem derzeitigen Wandel von gesellschaftlichen Partizipations- und Organisationsprozessen nachzuspüren sowie neue Interventionsformen zu ermöglichen. Es fördert durch seine Arbeit auch die Kreativitätswirtschaft in der Projektregion, indem es Künstlern, Medienunternehmungen und Organisationen im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg, die digitale Netzwerktechnologien für ihre soziale Kommunikation wie politische Organisation nutzen, unter anderem aktuelle Forschungsergebnisse anbietet. Des Weiteren versteht es sich als regionaler Ansprechpartner für Akteure mit zivilgesellschaftlicher und gesellschaftspolitischer Orientierung. Das Post-Media Lab wird errichtet von MANEC, dem Medienkunstmodul des EU-Regionalentwicklungsprojektes Innovations-Inkubator Lüneburg

– Mehr zum Post-Media Lab: www.leuphana.de/postmedialab [deutsch] sowie www.postmedialab.org [englisch/deutsch] |
Kontakt: Oliver Lerone Schultz, oschultz@leuphana.de

Freiraum | Der FREIRAUM Lüneburg sucht Antworten auf diese und weitere Entwicklungen und erprobt lokale Lösungsansätze. Als Arbeits- und Begegnungsstätte verfolgt der FREIRAUM die Ziele, kreativen Arbeitsraum zu schaffen, sowie Vernetzung, Dialoge und Projektarbeit für Initiativen, Existenzgründungen und Unternehmungen in der Region Lüneburg zu unterstützen. Der FREIRAUM soll ein Knotenpunkt sein, der Menschen zusammenführt und gemeinsam Mehrwerte erzeugt.

– Mehr zum Freiraum : http://www.freiraum-lueneburg.de/


Beginn:

21. June 2012 um 13:00

Eintritt:

kostenlos