28. November – Socialbar II: Komplementär-währungen

 

Ist ein anderes Wirtschaften vor Ort möglich? Die Regiogeld Initiative Lunar und die Zeitwährungsplatform emit time diskutieren öffentlich über Erfahrungen und Chancen von Projekten zur Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe.

In Zeiten von Finanzkrise(n) und Euro-Rettung erhalten selbstorganisierte, bürgernahe Ansätze, die lokale Wirtschaftskreisläufe animieren, eine neue Aufmerksamkeit. Häufig haben es Angebote von Initiativen, deren Konzepte auf alternative Wirtschaftsformen abzielen, in der realen Umsetzung schwer, sich innerhalb des vorherrschenden ökonomischen und gesellschaftlichen Gesamtkonzeptes zu verwirklichen und auf eine entsprechende Nachfrage zu treffen. Auch in Lüneburg existieren neben verschiedenen Projekten (z.B. Tauschringen) lokale Ansätze, die die ökonomischen Prinzipien von Zinsfreiheit und lokale Gebundenheit verfolgen.

Ein Vorhaben ist der Regio Lunar, der als eurogedeckte Regionalwährung darauf zielt, eine solidarische Konsumentengemeinschaft zu schaffen, die lokale Wirtschaftskreisläufe stärkt und damit u.a. umweltschonend Transportwege von Waren verkürzt. Ininitiator Horst Jäger greift damit geschichtliche Vorläufer auf, die im Zuge von Weltwirtschaftskrise und Inflation Ende der 1920er Jahre in Erfurt, Schwankirchen und der Gemeinde, in Wörgl in Tirol kurzweilig eingeführt wurden. Aktuell exisiteren in einigen Regionen Deutschlands sogenannte "Komplimentär-Währungen", die den Euro um ein regionales Zahlungsmittel ergänzen und deren Umsätze bereits in die Hundertausende gehen. Einen anderen Ansatz verfolgt Manuel Wiedenmann, Student der Angewandten Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg. Er arbeitet als freier Webentwickler und startete auf eigene Faust die Stunden-Tauschplattform „emit time“ – eine Zeitwährung auf Vertrauensbasis. Das englische Wort „to emit something“ bedeutet soviel, wie etwas abgeben, etwas in Umlauf setzen oder senden und steht für die Zeit an Stunden, die Tauschwillige – abseits des gängigen Wirtschaftssystems – miteinander austauschen. Seit Projektstart (im August 2010) wurden über die Homepage von 42 Nutzern insgesamt 125 Stunden (= 16 Arbeitstage, 3,1 Wochen) in Umlauf gebracht.

Die zweite Socialbar erklärt die Funktionsweisen der zwei Initiativen und geht der Frage auf den Grund, ob derartige lokale Lösungsansätze vor Ort grundlegende Alternativen zum kapitalistischen Wirtschaftssystem darstellen können.

FAKTEN ZUR VERANSTALTUNG
Datum: Montag, 28. November 2011
Beginn 19:30 Uhr
Ort: FREIRAUM Lüneburg / Vierorten / Salzstr. 1 / 21335 Lüneburg

Beginn:

28. November 2011 um 19:30 Uhr

Eintritt:

frei